Highway
101 / Highway 1 - Traumstraße nach Süden
Schlappe 52o F verabschiedeten uns aus Eureka. Auf dem Hwy 101 ging es nach
Süden. "Petaluma" sollte unsere nächste Station sein.
Bei "Fernbridge" verließen wir den 101 und folgten dem California State Hwy 211
nach "Ferndale". Wie aus einem Spielzeugbaukasten wirkte diese Kleinstadt
mit ihren vielen viktorianischen Häusern. Auch im leichten Nebel eines frühen Morgen war
dies schon einen Abstecher wert.
Der Hwy 101 folgte nun dem "Eel River" von der Küste weg ins Landesinnere. Es
war eine angenehme und interessante Fahrt.
"Scotia" war eine richtige Überraschung: wahrscheinlich das einzige Dorf der
Welt, welches in (!) einem Sägewerk liegt. Hier befindet sich eines der größten
Sägewerke der Welt und hat das kleine Nest förmlich verschlungen.
Bei "Stafford" verließen wir wieder den Hwy 101 und bogen in die "Avenue
of Giants" ein. 32 Meilen (51 km) führt diese Straße parallel zum Hwy und am
"Eel River" entlang. Es gibt eine kleine Self-guided-tour mit acht schönen
Haltepunkten und Gelegenheiten durch den Redwood-Wald zu wandern. Etliche dieser
Möglichkeiten hatten wir genutzt und waren froh über diese Entscheidung. Die alten
Riesen verabschiedeten sich von uns in ihrer ganzen Pracht.
Ziemlich unverhofft kam die Sonne. Das Sonnenlicht fiel heiter und leicht
durch die Bäume auf die dichten Farne. Das dunkle und mystische war plötzlich verflogen.
Es wurde ein heller und freundlicher Tag. Was ist schöner : Redwoods mit Sonne oder Nebel
? Wir entschieden uns für den Nebel.
Bei "Phillipsville" kam wir zurück auf den Hwy 101 und es wurde eine
phantastische Fahrt. Immer wieder wird der Hwy zu einer normalen Straße und führt dicht
am "Eel River" entlang. Schöne Campgrounds, Stores und Picknickplätze gibt es
in diesem Abschnitt ziemlich viele. Vor "Legget" hatten wir ein idyllisches
Picknick am "Eel River" und bei mittlerweile sommerlichen Temperaturen sogar ein
kleines Bad im Fluß.
Hier war es klasse.
In "Legget" verließen wir nun endgültig den HWY 101 und bogen auf den "California
State Hwy 1" ab. Diese Traumstraße empfing uns mit einem Vorgeschmack ihrer
Qualitäten. Aus einer Strecke von etwa 10 mi gab es extreme Kurven mit einem ständigen
auf und ab. Der Hwy 1 war auf dem Weg zum Pazifik auch durch das Küstengebirge nicht zu
stoppen. Ab und zu huschte ein Nebelfetzen über den Berg, konnte aber die Sonne nicht
vertreiben.
Plötzlich, wie ein Knall, war vor uns der Pazifik. Sonne, Nebel, Klippen und Brandung.
Eine Postkarte !! Es blieb so traumhaft auf dem weiteren Weg nach "Fort Bragg".
Hier war die erste Station auf dem Weg nach Petaluma.
"Fort Bragg" ist, wie auch "Eureka", sicherlich kein Kleinod.
Entlang einer breiten und lauten Straße liegen die Hotels und Restaurants. Entlang der
"Main Street" (zwischen Pine/Oak Str) gibt es den sogenannten "Historic
Downtown Business District". Hier läßt sich wage der Glanz der ehemaligen
Holzfällerstadt erahnen. Heute wird die Stadt von einem riesigen Kraftwerk beherrscht,
indem die Holzabfälle aller Sägewerke der Küstenregion verstromt werden. Viel
Qualm - kein Gestank.Den "Skunk Train" haben wir im Bahnhof beim Rangieren
gesehen, auf eine Fahrt aus zeitlichen Gründen jedoch verzichtet.
"Mendocino" ist beschaulich, nett und überschaubar. In den
wenigen Straßen tummeln sich einige Touris und zahlreiche Galerien präsentieren ihre
Kunst. Der "Mendocino Headlands State Park" sollte zum Programm gehören. Ein
kleiner Weg schlängelt sich entlang der Klippen und ließ uns immer wieder staunen.
Riesige Wellen krachten an die Steilküste. Felsen waren wir Torbögen ausgespült und von
Möwen bevölkert. Immer wieder flogen kleine Scharen von Pelikanen aufs Meer hinaus. Der
Wind zauste an den Haaren und die Lippen schmeckten nach Salz.
Der Hwy 1: vergesst alles was in den Reiseführern steht. In Wirklichkeit ist es noch
schöner ! Heide und Grasland führen in sanften Schwüngen bis direkt an die Küste oder
endet an einer phantastischen Steilküste. Läßt die Steilküste etwas Raum, so stehen
zwischen dem Hwy 1 und dem Strand viele nette und auch teure Häuser. Das Panorama ist einmalig und wechselt nach jeder der zahlreichen Kurven.
Der Küstennebel war mittlerweile verschwunden und die Sonne spiegelte sich in den Wellen.
Auf "Arena Point Lighthouse" waren wir sehr gespannt - wegen unverschämter
Parkgebühr (4 $ pro Person) aber gestrichen. So hatten wir mehr Zeit für die vielen
Vista-Points.
Weiter nach Süden änderten sich die Wiesen und wurden merklich brauner. Viehwirtschaft
setzte sich immer mehr durch. Wir hatten die "Lumberjacks" hinter uns gelassen.
"Fort Ross" ist hat uns ebenfalls gut gefallen. Hier erhält man einen
sehr guten Einblick in das Leben der Fallensteller und Trapper vor dem Goldrausch. Ein
Halt lohnt sich.
Bei "Jenner" gibt es einen spektakulären Blick auf die Mündung des
"Russian River". Auf einer großen Sandbank lagen mindestens 50 Seehunde und
viele Pelikane tummelten sich davor im Wasser.
"Bodega Bay" war die einzige Enttäuschung auf dieser langen Fahrt. Hier
wurde Hitchcock´s Film "Die Vögel gedreht. Die Vögel waren weg - wir auch ganz
schnell. Auf einen großen Wiedererkennungswert nach 40 Jahren hatten wir nicht gehofft,
aber auf Rummel und Touri-Abzocke auch nicht. Wer nicht unbedingt das Schulhaus in
"Bodega" sehen will, kann sich auch diesen Weg sparen.
Schön war es als der Hwy 1 wieder zur Küste, zur "Tomales Bay",
führte. Es ist eine herrliche Bucht. (Langsam gehen mir die Superlative aus.) Die vom
Wind so arg zerzausten Bäume werden immer zahlreicher und manchmal säumen kleine
Eukalyptus-Alleen den Hwy. Der aufziehende Nebel verkündete den Abend und hüllte die
Halbinsel ein.
Auf dem Weg nach Petaluma kam die Abendsonne wieder zum Vorschein und tauchte das
hügelige Weideland in ein angenehmes Licht. In sanften Schwüngen brachte uns die
"Pt. Reyes - Petaluma Rd" in die Stadt.
Tip: Für die Fahrt von
Eureka nach Petaluma sollte man sich unbedingt zwei Tage Zeit nehmen. Es gibt Unterwegs
sehr viel zu sehen. Von Eureka nach Fort Bragg waren wir sieben Stunden unterwegs.
Wir hatten in Fort Bragg kein Hotel gebucht, aber schnell eins gefunden. Am Hwy 101/South
gab es zahlreiche Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.
Von Fort Bragg nach Petaluma waren es 8 ½ Stunden. Stressfrei - Sightseeing. |