Lassen Peak - Einblicke in
eine Vulkanlandschaft und Mt. Shasta - der
Mystische
Der Standortwechsel von der Sierra
Nevada in die Cascade Range begann mit einem "Fahr-Tag". Über den Hwy
89/North ging es am Westufer entlang bis nach Truckee. Es war ein wunderschöner Tag. Der
Lake und der Truckee River zeigten nochmals ihre Schönheit. Auf dem Hwy 80/West
ging es weiter über den "Donner Pass".
Die Gegend links und rechts des Hwy ist sehr beeindruckend, und lässt die Strapazen und
Gefahren einer Überquerung mit Maultieren/Ochsen erahnen. Hier erfroren die Leute der
Donner-Party - wir können es nun verstehen.
Wir fuhren ab auf den California State Hwy 20 in Richtung Nevada City. Jetzt ging es durch
endlose Nadelwälder und hübsche Provinznester (Nevada City/Grass Valley). Hier lohnt ein
Halt und eine kleine Pause. Wir folgten dem California State Hwy 20 bis Yuba City und
wechselten dort auf den Hwy 99/North bis nach "Red Bluff".
Von hier ging es am nächsten Tag über den California State Hwy 36 und 89 zum "Lassen
Volcanic National Park". Die Fahrt zum Park dauerte etwa eine Stunde. Sie war
angenehm und abwechslungsreich. Die Einfahrt kostete 10 Dollar, das Ticket gilt eine
Woche. Gleich hinter der Mautstelle bietet die Rangerstation eine gute Gelegenheit zur
Information. Ein Ranger gab Auskunft über die Wetterlage, den Zustand der Trails und
ihren Schwierigkeitsgrad. Einige Straßen und Wege waren noch bis Ende Mai wegen Schnee
geschlossen. Im Gegensatz zum Central Valley sproß hier Mitte Juli noch überall zartes
grün.
Empfangen wurden wir im Park von "Sulphur Works". Schwefelgase zischen
aus Felsspalten und kleine Schlammlöcher blubbern vor sich hin. Das Innere der Erde
grüßte mit dem Geruch von faulen Eiern. Der Auftakt war vielversprechend und machte
neugierig. Die weitere Fahrt bis zum "Lake Helen" wurde zu einer tollen
Panorama-Tour.
Am "Lake Helen" startet der "Bumpass Hell Trail". Ein relativ
leichter Weg führt durch eine beeindruckende Landschaft zur "Bumpass Hell".
Schwefelschwaden, brodelnde Schlammtümpel und kochende Wasserlöcher erinnern an die
Entstehung unseres Planeten. Mineralien färben die Felsen in verschiedenen Farben und
hölzerne Stege führen über den heißen Untergrund. Der Entdecker dieses grandiosen
Schauspiels (Herr Bumpass) trat in ein Loch mit heißem Wasser und verlor ein Bein. Mit
zwei Beinen dauert der Weg und zurück knapp 2 Stunden.
Die Lassen Peak Road steigt dann zu ihrem höchsten Punkt auf etwa 8.512f/2.594 m hinauf.
Hier befindet sich der Parkplatz für den Aufstieg zum "Lassen Peak". Diesen
Berg wollten wir am nächsten Tag ersteigen: wir waren beeindruckt.
Die "Upper Meadow" mit dem kleinen "King Creek" hat uns
besonders begeistert. Wie eine Postkarte !
Ein entspannender Spaziergang um den romantischen "Summit Lake" hat uns gut
gefallen.
Nach dem "Summit Lake" änderte sich das Bild des Parks. Bisher war die Fahrt
von Felsen, grünen Hängen und gewaltige Panoramen geprägt, jetzt setzten sich immer
mehr die Nadelwälder durch und bestimmten schließlich das Bild. Die ursprüngliche
Einöde der "Chaos Crags" wird von der Vegetation wieder erobert. Langsam aber
sichern - 85 Jahre nach dem Ausbruch des Vulkans.
Über den nördlichen Ausgang verließen wir Park und fuhren über den California State
Hwy 44 nach "Redding".
Die Fahrt war kurzweilig und dauerte etwa 1 Stunde. Das Central Valley begrüßte uns mit
verbrannter Erde und Redding mit 100 o F.
Frühzeitig ging es am nächsten Morgen zurück in den
"Lassen Volcanic National Park". Der "Lassen Peak" sollte
gestürmt werden.
Bei einer kleine Pause am "Hat Lake" entdeckten wir einen Biberdamm und bald
auch, im gestauten Fluß, eine Biberburg. Bisher hatten wir dies nur im Fernsehen gesehen
- jetzt live. Der Tag hatte gut begonnen.
Am Parkplatz zu Lassen Peak war es mittlerweile angenehm warm, ein Ranger gab vor dem
Anstieg zum Trail noch einige Tips und ließ sich die Ausrüstung zeigen. Dann ging es
los: auf einer Strecke von etwa 3,5 km führte der Weg auf 10.457f/3.187m hoch.
Der Anstieg ist fast immer sehr steil, aber unterschiedlich schwer zu gehen. Am Anfang
sind es fast sandige Pfade, später folgt Geröll und weiter oben wird es felsig. Die
Aussicht während des Aufstiegs ist sensationell und nicht zu überbieten. Die ehemaligen
Lavaströme sind noch immer zu erkennen und auch der Versuch der Natur diesen kahlen Berg
mit Pflanzen wieder zu erobern. Verschiedene Gesteinsarten wechseln sich auf dem Weg nach
oben ab, bis kurz vor dem Gipfel das erste Schneefeld erreicht wird. Der Blick nach Norden
öffnet sich und am Horizont, 120 km (!) entfernt, sieht man Mt. Shasta mit seiner
Schneehaube. Unterhalb des heutigen Gipfels befindet sich der eigentliche
Krater. Darin ein halb gefrorener, stahlblauer Gletschersee umgeben von Schneefeldern.
Mittlerweile ist es, trotz blauem Himmel und Sonne, ziemlich kühl geworden. Ohne Pulli
oder Jacke würde der geschwitzte Wanderer ziemlich schnell frieren. Auf dem eigentlichen
Gipfel war es empfindlich kühl, aber: Ausblicke ! Ausblicke ! Traumhaft !!
Vor unserem Abstieg steigen wir zum Gletschersee des Kraters hinab und stapfen durch die
Schneefelder. Ein Blick auf den "Chaos Crages" ließ die Gewalt eines solchen
Naturereignisses nur erahnen. Später sollten Fotos im "Visitor Center" das
wirkliche Drama noch verdeutlichen. Eine gute Stunde zog uns dieser Gipfel in seinen Bann,
bevor wir wieder mit dem Abstieg begannen. Auf diesen Berg wollte ich - auf
diesem Berg war ich.
Ohne eine vernünftige Ausrüstung sollte man den "Lassen Peak" nicht besteigen.
Wanderschuhe, -stöcke, Rucksack mit Verpflegung, ausreichender Sonnenschutz für diese
Höhe und warme Überziehkleidung sollten es schon sein. Wir gingen um 10.30
Uhr hinauf, waren etwa 12.15 Uhr oben, gingen 13.15 Uhr zurück und
waren um 14.30 Uhr wieder auf dem Parkplatz.
"Lassen Peak" ist Extraklasse !!
Unterhalb der "Upper Meadow", bei der "Kings Creek Picnic
Area", gönnten wir uns eine längere Pause. Ein eiskalter Bach und eine saftige
Wiese bildeten den Rahmen für ein gemütliches Picknick.
Die Rückfahrt unterbrachen wir für einen Kaffee am idyllischen "Manzanita
Lake".
Am nächsten Tag führte uns unser Ausflug auf dem Hwy 50 nach Norden. Schon vom
Flugzeug aus hatten wir den mystischen Berg im Norden Kaliforniens gesehen und waren sehr
beeindruckt. Die Region um den "Mt.
Shasta" gilt, ebenso wie Sedona in Arizona, als
Zentrum der Esoterik. Im Inneren des "Mt. Shasta" haben angeblich die letzten
Überlebenden von Atlantis ihre Zuflucht gefunden.
Die Fahrt begann aber sehr irdisch. Wir durchfuhren das Erholungsgebiet rund um den "Shasta
Lake" und erfuhren was "house-boating" heißt. Auf stahlblauen
Gewässern tummelten sich hunderte von Hausbooten. Links und rechts vom Hwy gibt es immer
wieder Abzweigungen zu kleinen Marinas. Hier können Motorboote vom Trailer ins Wasser
gelassen und mit dem Auto die Ponton-Anleger der Hausboote erreicht werden. Kleine Hotels
und/oder Restaurants runden das Angebot der Marinas ab. Trotz der vielen Boote ging es
überall recht beschaulich zu.
Die Landschaft ist, mit ihren bewaldeten Hügeln, sehr abwechslungsreich.
Rote Fels- und Sandabhänge rahmen an vielen Stellen den See ein und bilden einen tollen
Kontrast zum herrlichen blauen Wasser. Der Amerikaner schwimmt nicht in natürlichen
Gewässern !! Wir fanden keinen einzigen Badestrand an diesem riesigen Lake.
Am "Shasta Damm" war meine Frau die einzige Schwimmerin, wahrscheinlich auch die
Einzige an diesem Tag im ganzen See.
Der Besuch des "Shasta Damm" war sehr informativ und beeindruckend. Der Damm
selbst hat ziemlich imponierende Ausmaße und das Panorama mit dem "Mt. Shasta"
im Hintergrund ist wirklich sehr schön. Im Visitor Center wird anschaulich über den Bau
und die Aufgabe des Dammes informiert. "Shasta Lake" ist der Wasserspeicher für
das Central Valley und der "Sacramento River" die Wasserleitung. Der Fluß
verlässt hier den Lake und wird für das Valley zur Lebensader und Quelle für den
Wohlstand. Erst bei San Francisco mischt sich das Wasser der "Cascade Range" mit
dem Pazifik.
Auf
dem Weg nach Norden war der "Mt. Shasta" immer gegenwärtig. Hinter Kurven und
Hügeln tauchte der Mystiker mit seiner Schneehaube immer wieder auf. In "Mt. Shasta
City" verließen wir den Hwy 5 und deckten uns im Visitor Center mit Info-Material
ein. Der freundliche ältere Herr empfahl uns der A 10 durch die Stadt zu folgen und an
der "Old Ski Bowl" das Panorama zu genießen. Wir taten dies und waren
begeistert. Wir waren jetzt zwar 2.400m hoch, aber der Gipfel war noch immer unerreichbar.
Im Gegensatz zum Lassen ist dieser Gipfel (4.316m hoch) nicht zu erwandern. Mitte Juli war
die Straße noch immer von den Schäden des Winters gezeichnet und die Trassen von
Lawinenabgängen noch immer zu erkennen. Nadelwälder lagen wie Mikadostäbe. Am Parkplatz
der "Lower Old Ski Bowl" beginnen verschiedene Wanderwege.
Wir entschieden uns - auf Empfehlung des Visitor Centers - für den "Panther
Meadow Trail". Es war eine gute Empfehlung. In dieser kargen Gebirgslandschaft
war plötzlich der Frühling ausgebrochen. An den Seiten eines kleinen Gebirgsbaches
sproß eine üppige kleine Alm mit vielen bunten Blumen. und farbenfrohen Schmetterlingen.
Leute, in Meditation versunken, saßen auf der Wiese im warmen Sonnenlicht und in der
Stille gurgelte nur der kleine Bach. Wir folgten dem zauberhaften Weg bis zum
"Panther Meadow Campground" und kehrten dort um. Vielleicht hat "Mt.
Shasta" doch die mystischen Vibrations !?!
Zum Abschluß lud die nette "Mt. Shasta City" zu einem kleinen Bummel entlang
des "N. Mt. Shasta Blvd" ein.Hier gab es kleine Geschäfte, Cafés und ein
"12-Monate-im-Jahr Weihnachtszubehörgeschäft" (!).
Die Zeit im Landesinneren war vorbei. Pazifik,
Redwoods wir kommen ! Eureka !
Tip: In der Nähe des "Lassen Volcanic National Park" gibt es kaum
Hotelzimmer. Unsere Aufteilung - Red Bluff/Redding - erschien mir persönlich
ausgesprochen gut. Die Fahrten zum "Volcanic Park" waren nicht nur akzeptabel,
sondern auch unterhaltsam und bequem. "Red Bluff" war nur heiß -
"Redding" war noch heißer (106oF), aber auch interessanter. Im
Norden der Stadt an der Kreuzung vom Hwy 5 / California State Hwy 44 gibt es zwei riesige
(!) Einkaufszentren.
An der Ecke "Cypress Ave"/"Hill Top Drv" in Redding ist das
"Black Bear Dinner" - "all you can eat" für 8,95 Dollar. Hast du
keinen Hunger, solltest du nicht hingehen! Außerdem ist das Essen auch noch ziemlich gut.
Nebenan für die Damen: Ross - dress for less".
Die Höhenlage von 2.000 m (und mehr) sollte man, in Verbindung mit den hohen
Temperaturen, nicht unterschätzen. Eine gute Wanderausrüstung und ausreichender
Sonnenschutz sind unbedingt notwendig.
Die Eingewöhnungszeit am "Lake Tahoe" hat uns (Höhe und Kondition) sehr
geholfen.
Vom südlichen Parkeingang bis zum Nördlichen sind es etwa 55 km. Den südlichen Teil
fanden wir ursprünglicher und schöner.
Das Visitor Center in "Mt. Shasta City" ist nur zum Teil ausgeschildert, es
befindet sich direkt an der Bahnlinie Ecke Lake St/Pine St. Hier gibt es gute Infos und
Pläne. |