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Polizeikontrollen in den USA

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Juli 5, 2014 von USAGoWest.de

Verkehrskontrolle in den USA

Einer der wohl spannendsten und aufgrund vieler Nachrichten und Geschichten auch teilweise unangenehmsten Momente während Eurer USA-Reise dürfte wohl eintreten, wenn Ihr in einer Verkehrskontrolle geratet. Zwar ist es relativ unwahrscheinlich, wenn Ihr Euch an die Verkehrsregeln haltet, aber vollkommen ausschließen kann man diese Situation eben doch nicht.

Auch ich habe es bereits erlebt, daß ich auf dem Highway unterwegs war, etwas schneller als erlaubt. Während ich von einem weißen Jeep mit etwa 80 oder 90 Meilen pro Stunde überholt wurde, stellten wir beide fest, daß rechts im Staub die Highway Patrol stand und sofort losfuhr, als wir vorbeikamen. Während meine Freundin schon Angst bekam, war mir spätestens in dem Moment klar, als die Streife mit Blaulicht an mir vorbeiraste und sich direkt hinter den Jeep setzte, daß für diesen die Fahrt vorerst vorbei war – amerikanische Polizeistreifen weisen ein Fahrzeug niemals von vorne zum Anhalten an, sondern bringen dem Fahrer diese Absicht stets von hinten bei.

Da Polizeikontrollen in den USA normalerweise immer nach dem gleichen Schema ablaufen, solltet Ihr Euch tunlichst als kooperativ zeigen, denn dies trägt wesentlich dazu bei, die Situation für beide Seiten so angenehm wie möglich zu machen: Ihr seid entspannter und auch der Polizist wird die Kontrolle etwas ruhiger angehen, wenn er merkt, daß von Euch keine Gefahr ausgeht. Andersherum kann jedes unkontrollierte Verhalten Eurerseits den Polizisten dazu veranlassen, Euch als potentielle Gefahr zu sehen und seine Amtsbefugnisse einzusetzen, um die Kontrolle über die Lage zu behalten.

Ihr müßt dazu wissen, daß amerikanische Polizisten mit ziemlich weitreichenden Befugnissen ausgestattet sind. Dies ist auch der Politik geschuldet, die es jedem amerikanischen Bürger erlaubt, sich zur eigenen Verteidigung zu bewaffnen. Leider kommt es trotzdem immer wieder zu Mißbräuchen, was sich in den Nachrichten vor allem durch die Amokläufe und Schießereien darstellt. Dabei sind immer wieder Polizisten zu den Opfern zu zählen, wie Ihr auf der Officer Down Memorial Page nachlesen könnt.

Insofern sind die Streifenpolizisten natürlich erst einmal bestrebt, sich selbst und Ihre Kollegen zu schützen. Situationsabhängig bedeutet dies aber auch, notfalls von der Dienstwaffe Gebrauch zu machen, zum Beispiel, wenn eine unvorhergesehene Handbewegung des Fahrzeugführers den Anschein erweckt, daß dieser eine Waffe ziehen will.

Auch sind Routine-Kontrollen eher die Seltenheit – wer nicht auffällig ist, wird auch nicht kontrolliert. Wenn Ihr also angehalten werdet, könnt Ihr Euch auch sicher sein, gegen eine der in den USA vorherrschenden Verkehrsregeln verstoßen zu haben. Dennoch solltet Ihr Euch nicht darauf verlassen, nur aus diesem Grunde angehalten zu werden. Es kann durchaus auch vorkommen, daß eine Kontrolle dann stattfindet, wenn ein Fahrzeug Eures Typs in eine Straftat mit Fahrerflucht verwickelt war. Deswegen haben wir Euch unten einige wichtige Regeln zusammengestellt, die Ihr unbedingt beherzigen solltet, wenn Ihr doch in eine Polizeikontrolle geratet.

Im Übrigen: wenn Ihr ein Bußgeld oder Ticket bekommt, macht Euch nicht die Mühe, dieses vor Ort in bar zahlen zu wollen. Dies könnte als Bestechungsversuch angesehen werden. Bekommt Ihr ein Ticket wegen Falschparkens, habt Ihr meist eh keine Chance, dieses vor ort zu bezahlen. Diese werden auch in der Regel online beglichen, entweder per Überweisung oder per Kreditkarte.

Zwar machen sich die amerikanischen Behörden nicht die Mühe, die Bußgelder in Europa einzutreiben. Aber das müssen Sie auch gar nicht, denn spätestens bei der nächsten Einreise oder dem nächsten Antrag für ein Visum bekommt Ihr die Quittung dafür, wenn Ihr nicht innerhalb der Fälligkeitsfrist bezahlt habt …

Wichtige Regeln für eine Polizeikontrolle in den USA

  • die Polizeistreife oder Highway-Patrol weist Euch immer von hinten auf die bevorstehende Kontrolle hin und schaltet Blaulicht und Sirene ein
  • unverzüglich rechts ranfahren, sonst kommt Ihr in den Verdacht, Fahrerflucht begehen zu wollen
  • Motor ausschalten
  • die Streife hält immer hinter Euch (amerikanische Streifenwagen sind mit Kameras – in der Regel unter oder neben dem Rückspiegel – ausgestattet, um die Kontrolle zu dokumentieren)
  • Ruhe bewahren, auch wenn der Polizist nicht gleich zu Eurem Auto kommt – in der Regel wird zunächst über Funk eine Fahrzeugabfrage gemacht, um sich abzusichern
  • der Polizist kommt dadurch auch von hinten an Euer Fahrzeug, aus Sicherungsgründen mit der Hand an der Waffe
  • sofern zu zweit, sichert der andere Polizist von hinten
  • öffnet das Fenster; auch hinten, wenn dort Personen sitzen (je kooperativer und offener die Kontrolle abläuft, umso entspannter sind beide Seiten)
  • Sonnenbrille abnehmen, Ihr habt ja nichts zu verbergen
  • Hände aufs Lenkrad legen; auch die Hände von Mitfahrern sollten offen sichtbar sein und nicht versteckt (Gefahr einer Waffe etc.)
  • Niemals unaufgefordert aussteigen – wird unter Umständen als Fluchtversuch mißverstanden!
  • Niemals unaufgefordert im Handschuhfach nach Papieren suchen: Ihr erweckt damit den Verdacht, daß im Handschuhfach eine Waffe liegt und der Polizist wird alles tun, dies zu verhindern; auch nicht ohne Vorankündigung in die Jacke greifen!
  • verhaltet Euch passiv verhalten und wartet auf Anweisungen der/des Polizisten
  • immer vorher ankündigen, wenn Ihr Euch bewegt, ohne dazu aufgefordert worden zu sein (siehe oben, wenn Ihr z.B. in die Jacke faßt, um Euren Führerschein herauszuholen)
  • falls Ihr nicht so gut Englisch könnt, zu Beginn der Kontrolle darauf hinweisen, daß Ihr Tourist ist, deutsch sprecht und Euer Englisch nicht so gut ist
  • zeigt ruhig, daß Ihr Euch seiner offiziellen Stellung bewußt seid, indem Ihr ihn mit “Sir” oder “Officer” ansprecht
  • die in der Regel geforderten Unterlagen beziehen sich auf Euren Führerschein (die driving oder drivers licence), Euren Reisepass (passport) und die Papiere (zum Beispiel vom Mietwagen)
  • Personalausweis gibt es in den USA nicht, wird daher auch sehr argwöhnisch betrachtet – selbst in Clubs weisen sich Amerikaner mit ihrem Führerschein aus
  • bleibt ruhig und gelassen und macht keine Witze, die unter Umständen nicht einmal verstanden werden – kann dann als fremdsprachige Beleidigung aufgefaßt werden

 


Bild: american traffic control; Quelle: NewYork-Manhattan.info


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