Lake Tahoe  - der zauberhafte See

Die Wiege des Gold-Rush Die Fahrt von Sacramento nach "South Lake Tahoe" dauert nicht lange und kann deshalb als schöne Sightseeing-Tour genutzt werden. Um noch einen besseren Eindruck von Sacramento zu erhalten, folgten wir bei unserer Weiterfahrt ungefähr der Route des "Trolly-Busses". Über die "J-Street" verließen wir die Stadt in östlicher Richtung.Gelegentlich bogen wir in eine Seitenstraße ab und bewunderten die Straßen und Vorgärten einer gepflegten amerikanischen Wohngegend der Mittelklasse. Über die "Howe Ave" fanden wir zurück auf den Hwy 50.
Die Fahrt war zuerst ziemlich unspektakulär. Dann aber bogen wir vom Hwy 50 ab nach "Placerville". Diese Stadt hat das liebevolle Flair eines Provinznestes des amerikanischen Westens. Kleine Läden und Geschäfte, eine hübsche Mainstreet - einfach nett.
Von "Placerville" machten wir einen Umweg nach "Coloma". Die Wiege des Gold-Rush wollten wir uns nicht entgehen lassen. In Coloma, am "American River", stand Sutter´s Mühle. Hier fand sein Angestellter (Mr. Marshall) das erste Goldkorn. Die Mühle stand damals im Fluß und wurde durch die Strömung betrieben. Vor Ort gab es für uns eine kleine Überraschung: die "Mill" mahlte kein Korn, sondern schnitt Bretter. Es war ein Sägewerk.

Heute steht der Nachbau von "Sutter´s Mill" am Ufer und kann besichtigt werden. In der Nähe der Mühle informiert ein Freilichtmuseum über die Tage des Goldrausches. An einer kleinen Station lädt ein alter "49er" zum Goldwaschen ein. In einem größeren Wassertrog wird, gegen eine kleine Gebühr, kalifornisches Gold gewaschen. Dieser, damals wie heute, unscheinbare Ort hat die Welt verändert. Man glaubt es kaum ! Bezeichnender Weise führt der "Hwy 49" wieder zurück nach Placerville. Der Rückweg führte durch eine hügelige Landschaft mit vielen Farmhäuser. Im Gegensatz zum Central Valley gibt es hier vorwiegend Obstanbau (Äpfel, Kirschen etc.). Der Abstecher nach "Coloma" war eine gute Entscheidung.

Landschaftlich war die weitere Fahrt zum Lake Tahoe sehr abwechslungsreich und ab "Pacific House" sogar sensationell. Ab hier führt der Hwy direkt am "American River" entlang.American River Es gibt etliche Haltebuchten, mit der Gelegenheit hinunter zum Fluß zu gelangen.
Blauer Himmel, ein rauschender Gebirgsbach, hohe Tannen (?) - einfach toll. An einer Stelle war noch deutlich zu sehen, wie hier der Fluß eine Waldbrand gestoppt hatte.
Weiter führte der Hwy 50 hoch zum "Echo Summit Pass", die Abfahrt zum Lake Tahoe war ein weiteres Highlight - ein Panorama von einzigartiger Klasse.


Je näher South Lake Tahoe rückte, desto heftiger wurde der Verkehr. An der sogenannten "Y-Crossing" war schließlich der Teufel los. Hier treffen sich die Hauptverkehrsadern (Hwy 89 + Hwy 50) des südlichen Lake. Zusätzlich befinden sich an dieser Kreuzung auch noch ein Outlet und zwei Einkaufszentren. Wir waren leicht schockiert, jedenfalls wußten wir wo die Geschäfte sind. Das Hotel war schnell gefunden und wir machten uns auf zur "Emerald Bay". Vorbei am "Matterhorn-Hotel" und am "Swiss-Mart" folgten wir dem Hwy 89. Schon bald hinter der "Y-Crossing" war plötzlich der Verkehr verschwunden. Hier begann die Natur. Der Straße zur "Emerald Bay" entwickelte sich zu einer Panorama-Tour. Über die Ausblicke und Eindrücke bei der "Emerald Bay" könnte ich jetzt viel schreiben ohne die tatsächliche Stimmung zu treffen. Man muß einfach einmal dort gewesen sein. Der Hammer !
Hiking (früher nannte man es Wandern) - morgen wollen wir es wissen.

Emerald BayWandertouren am Lake Tahoe

Bevor man sich in diese gewaltige Naturkulisse stürzt, sollte man sich am "U.S. Forest Service Visitor Center" zwischen South Lake Tahoe und der Emerald Bay mit Infos und Karten versorgen. Das Meiste ist kostenlos.

Zuerst
der "Cascade Falls Trail". Er beginnt am hinteren Ende des "Bayview Campgrounds". Die Einfahrt zu diesem Campground befindet sich gegenüber dem "Inspiration Point" an der Emerald Bay. Man kann mit dem Auto durch den Campground fahren und unmittelbar am Startpunkt des Trails parken. Der Weg beginnt etwas versteckt hinter einer Info-Tafel und führt zunächst ziemlich moderat durch einen lichten Nadelwald. Bald aber wurde aus dem beschaulichen Weg ein richtiger Trail. Die Bäume werden spärlicher und ein felsiger Weg führt weit über 2.000m hoch. (Nicht erschrecken: der Lake Tahoe selbst liegt schon knapp 2.000m hoch) Der "Cascade Lake" erscheint als Panorama und im Hintergrund glänzt der "Lake Tahoe". Nach einiger Zeit sind auch schon die "Cascade Falls" zu sehen. Weiter oben fehlt manchmal eine genaue Markierung, aber kleine Steinhäufchen zeigen den Weg. Den Wasserfall erreicht man nicht unten, sondern oben. Durch glatte Felsen schlängelt sich der Creek bis zur Kante und stürzt sich dann hinab in den "Casacade Lake".

Diese Landschaft ist herrlich ! Man kann oberhalb der Fälle durch die Felsen und Rinnsale klettern, sich schöne Aussichtspunkte suchen und diese Natur genießen. Ohne Trubel und Hektik einfach entspannen und schauen. Oberhalb der Cascade FallsDieser Trail ist kein Rundweg, deshalb geht es auf der gleichen Strecke zurück. Der gesamte Weg ist etwa 5 km lang.Es gibt keine großen Schwierigkeiten zu bewältigen, die Anstrengungen halten sich trotz der Höhe in Grenzen. Es war zwar nicht mehr so heiß wie am Vortag, dennoch gehörte ein Rucksack mit Wasser und einem kleinen Snack zur Ausrüstung. Wanderstöcke und -schuhe waren ganz nützlich.

Dann
der "Eagle Falls Trail". Dieser startet auf einem Parkplatz kurz vorm "Vikingsholm Parking. Die Parkgebühr für einen Tag beträgt 3 US-Dollar. Der Weg führt leicht den Berg hinauf und geht bald in eine Naturtreppe über. Bis zu den "Eagel Falls" herrscht lebhafter Ausflugsverkehr. Diese Wasserfälle sind nicht annähernd so schön wie die "Cascade Falls". Überquert man jedoch die Schlucht auf einer kleinen Brücke wird es spannend. Hier führt der Trail weiter zum "Eagle Lake". Durch eine Schlucht schlängelt sich der Weg etwas beschwerlich in die Höhe. Die Landschaft entschädigt aber reichlich für die Anstrengung. Steinige Passagen wechseln sich ab mit glatten Felsen, hohe Ponderosa Kiefern säumen den Weg und in der Tiefe gurgelt der "Eagle Creek". Nach einer weiteren Steigung folgt das Schönste: der "Eagle Lake".
Es ist ein malerischer Bergsee umgeben von hohen Bergen und Kiefern. Das nasse T-Shirt trocknete in der Sonne und die Füße kühlten im klaren Wasser. Hier ist es einfach schön !
Für den Rückweg ließen wir uns Zeit und genossen die Schönheiten der Natur - keine Floskel, sondern wirklich.
Der gesamte Weg ist etwa 4 km lang und etwas anspruchsvoller als der "Cascade Fall Trail". Rucksack mit Wasser,Wanderschuhe und -stöcke sollten zur Ausrüstung gehören.

Zum Schluß
der "Vikingsholm Trail". Der Trail beginnt am "Vikingsholm Parking" und führt hinunter zum Lake Tahoe. Eine breite Wanderautobahn führt auf einem Schotterweg nach "Vikingsholm". Staubig und ohne Schatten
ging es wieder nach oben. Dieser Fehler war ca. 3,5 km lang.
Unser Wasser und Proviant war aufgebraucht und an der "Y-Crossing" im SuperMarket gab es Nachschub. Das Thermometer zeigte jetzt doch wieder weit über    30 o an. Die ungewohnte Höhe und die sommerliche Temperatur hatten mich jetzt doch etwas geschafft. Während des Einkaufs sorgte glücklicherweise ein kurzer und heftiger Thunderstorm für klare Luft.BBQ-Party


Den Abend verbrachten wir an der "El Dorado Beach" gegenüber der "South Lake Tahoe Recreation Area". An diesem Teil des "Lake Tahoe Blvd" gibt es ein paar kleine Geschäfte und Restaurants - recht nett.
In einem Sandwich-Laden kaufte ich mir ein Sandwich mit Schinken, Roastbeef, Salami, Käse, Sprossen, Senf, Mayo und Dressing. Es kostete 7 Dollar, war 4(!) Pfund schwer und reichte für ein Abendessen und das Frühstück am nächsten Morgen. Oh Gott, welch ein Teil !!
Ein Sonnenuntergang am Lake beschloß diesen wunderschönen Tag.
Heute war der 3.7. - morgen ist der 4.7. .....

Independance Day am Lake Tahoe

Am nördlichen Ende des Lake - in "Truckee" - sollte es eine Old-Fashion-Parade geben. Auf dem "Lake Tahoe Blvd"/Hwy 50 ging es nach Norden. Das erste Highlight jedoch gab es bereits an der "South Lake Tahoe Recreation Area". In der Erwartung des abendlichen Feuerwerkes wurden hier schon mit bunten Bändern die ersten Claims abgesteckt. Es war 10.oo a.m. ! Wir überquerten die Landesgrenze nach Nevada und waren von der Optik der vier Casinos etwas enttäuscht. In Las Vegas wäre das dritte Wahl. Im weiteren Verlauf der Fahrt sollte sich jedoch zeigen (so unserer Eindruck), daß die Seite von Nevada etwas vornehmer und dezenter bebaut ist. Der Hwy 50 führt immer wieder am Lake entlang und bietet zahlreiche Vista-Points. Über den Nevada-Hwy 28 gelangt man nach "Incline-Village". Doch kurz davor: die Ponderosa. Das ehemalige Filmgelände der Cartwright-Saga ist zu einem Vergnügungspark für Western-Fans geworden. Westernshow, Stuntmen und so weiter. Incline-Village ist eine Stadt mit einem etwas gehobenem Niveau. Hier oben gibt es an der Grenze zu Kalifornien nur zwei kleine Casinos, aber in Kalifornien war richtig Rummel.Bunte Gummiboote auf dem FlußÜber den California Hwy 267 ging es weiter nach Norden.

Richtigen Western-Style gab es in "Truckee". Die "Donner Pass Rd" vermittelt den echten Eindruck einer Cowboy-Stadt. Die Old-Fashion-Parade hatten wir leider verpasst. Unterwegs haben uns die Vista-Points zuviel Zeit gekostet und der Lake ist größer als man denkt.Immer noch liefen Cowboys umher, Kutschen fuhren die Straße hinauf und eine echte Amtrak kroch pfeifend durch die Stadt. In den Kneipen und Bars war die Hölle los, die Leute standen z.T. auf der Straße. In der "Donner Rd." und ihren Seitenstraßen gab es zahlreiche BBQ-Partys. Eine Stadt feierte ein Fest.

Der California Hwy 89 führt entlang des Truckee River wieder zum Lake Tahoe. An der Abzweigung nach "Squaw Valley" erinnern zwei riesige Tafeln an die Olympischen Spiele. In einer Fackel brennt noch immer ein olympisches Feuer. "Squaw Valley" ist ein sehr schönes und offenes Tal. Doch auch hier fordert der Ski-Tourismus leider seinen Tribut. Am Ende des Tales befand sich damals das Olympische Dorf - heute eine Bungalowanlage. Die Strecke am Trukee River entlang ist landschaftlich sehr reizvoll. Hinter "Squaw Valley" tummelten sich fast hundert bunte Gummiboote auf dem Fluß. Ihre Fracht waren lustige und betrunkene junge Menschen, welche sich singend und lachend der Strömung anvertraut hatten. Independance Day !
Weiter in Richtung Lake Tahoe gab es dann einige Bootsverleiher und Rafting-Agenturen.
Tolle Landschaft begleitet uns zurück nach South Lake Tahoe.

Lighthouse TrailDas abendliche Feuerwerk war extraklasse. An der "South Lake Tahoe Recreation Area" war eine große BBQ-Party. Die Leute hatten ihre Claims belegt und es herrschte eine angenehm heitere Stimmung. Hinter uns hatte jemand ein Radio dabei : um 22.oo p.m. zählte der Moderator einen Countdown und bei Zero begann das Spektakel. Die passende Musik zum Feuerwerk kam von der örtlichen Radiostation. Sensationell !! Entertainment made in USA.
Nach dem Feuerwerk blieb das, in Deutschland so übliche, Gedränge aus. Die Leute packten ihren Müll (!) und zogen friedlich ab.
Es war wieder ein schöner Tag am Lake Tahoe.

Hiking and Gambling - am Lake Tahoe

Am frühen Morgen fuhren wir den Hwy 89 bis zum "Bliss State Park". Die Einfahrt in den Park kostete 3 US-Dollar, der Ranger erteilt Auskunft und hat auch kostenloses Infomaterial.
Hier beginnt hinter dem "Pine Flat Campground" der "Lighthouse Trail". Ein wunderschöner Weg führt durch eine lichten Nadelwald. An vielen Stellen trug der Wald deutliche Wunden eines großen Waldbrandes. Zwischen den verbrannten Bäumen sprießte jedoch schon wieder ein zartes Grün. Ein leichter Anstieg führt zu einem ehemaligen Leuchtturm (-häuschen) mit einer tollen Aussicht auf den Lake.

Hier trifft der "Lighthouse Trail" auf den "Rubicon Trail". Dieser Trail führt um den See bis zur "Emerald Bay". Er geht manchmal am Berg entlang, führt hinunter zum See und schlängelt sich wieder hoch. Ein Panorama folgt auf das Nächste. Kleine Wasserkaskaden kreuzen den Weg und kleine Buchten laden zur Rast. Man könnte bis "Vikingsholm" laufen. Leider war es kein Rundweg und wir gingen die gleiche Strecke zurück. Trotzdem war der Rückweg nicht langweilig. Unsere Kombination "Lighthouse/Rubicon" war etwas 9 km lang. Bis "Vikingsholm" wären es noch ca. 3 km gewesen.
Rucksack, Wasser, Wanderschuhe und -stöcke waren wieder sehr hilfreich. Trotz einiger Wolken waren es fast wieder 30 o .
Am U.S. Forest Service Visitor Center

Auf der Rückfahrt besuchten wir nochmal das "U.S. Forest Service Visitor Center". Von hier kann man zu einem kleine Strand am Lake Tahoe laufen und unterwegs noch lehrreiches über Fauna und Flora lernen. Ein weiterer Naturpfad beginnt am eigentlichen Visitor Center und hat uns ausgesprochen gut gefallen. Die Tier- und Pflanzenwelt des Lake Tahoe wird sehr schön dargestellt und erklärt. Ein Bachlauf ist als Unterwasseraquarium zu sehen und auch der Biber hat seine Spuren hinterlassen.

Shopping an der "Y-Crossing" war unser abschließendes Kontrastprogramm.

Hat man die Casinos vor der Tür muß man natürlich hin. Optisch sind die Casinos zwar eine Enttäuschung, doch um die Stateline herum ist doch etwas los. Wir parkten in Kalifornien und schlenderten nach Nevada. Die Lichter in der Dunkelheit werteten das Ganze nochmal auf. Auch im Inneren können die Casinos den Vergleich mit Las Vegas nicht bestehen. Egal, wir hatten im Cesar`s 100 DM gewonnen.Uferzone in Nevada

Die drei Tage am Lake Tahoe waren traumhaft, wir werden sicherlich einmal für ein paar Tage länger kommen.
Die Wanderwege sind noch längst nicht alle gelaufen. Die Kondition ist gut und wir haben uns an die Höhe gewöhnt.

Ab morgen wird es noch höher - Lassen Peak.

Tip: Das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten ist riesig und bietet alle Preisklassen. Auch ohne eine Reservierung dürfte ein Hotelzimmer kein Problem sein. Das Büro des US-Automobilclubs (AAA) befindet sich unmittelbar an der "Y-Crossing" in Richtung Emerald Bay. Mit einer ADAC-Karte erhält man hervorragendes Kartenmaterial (auch für ganz Kalifornien). Das "U.S. Forest Service Visitor Center" auf halber Strecke zwischen South Lake Tahoe und Emerald Bay sollte man zur Information ebenfalls besuchen.
Der Essenstipp: "Hunan Garden", der Chinese. HWY 89/North - etwa 100m nach der Post links. "All you can eat" von guter Qualität und mit großer Auswahl. Preise (am 5.7.01): mittags 5.95 Dollar, abends 8,95 Dollar.
In Supermärkten, kleineren Läden und beim AAA gibt es eine Info-Zeitung für Touris mit vielen Gutscheinen. Damit lässt es sich preiswert essen (z.B: Steak und Buffet-Bar für 9,95 Dollar bei "Sizzler`s" vor der Stateline in der Nähe der Bergbahn.).
Die Höhenlage von 2.000 m (und mehr) sollte man am Anfang, in Verbindung mit den hohen Temperaturen, nicht unterschätzen. Eine gute Wanderausrüstung ist unbedingt notwendig.
Zur Größe des Lake Tahoe: eine Rundfahrt um den See ist etwa 115 km lang.



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