300 Stufen zum LeuchtturmPoint Reyes - am Rande des Grabens

Nach dem "Lassen Peak Vulcano" im Norden sollte es nun noch etwas Erdbeben sein. Zwischen der Halbinsel "Point Reyes" und dem Festland verläuft der "Sankt Andreas Graben". Hier war das Epizentrum jenes Erdbebens, welches 1906 San Francisco in Schutt und Asche legte. In weniger als einer Minute verschob sich damals die gesamte Halbinsel um über 5 m (!) nach Norden. Noch heute bewegt sich die Halbinsel etwa 8 cm pro Jahr nach Nordwesten.
Von Petaluma aus braucht man eine halbe Stunde um zur Halbinsel zu gelangen. Die "Pt. Reyes - Petaluma Rd" führt durch hügeliges Weideland zurück auf den Hwy 1 und weiter nach "Point Reyes Station". Dies ist eine kleine Ansammlung von Häusern und Geschäften. Es machte einen beschaulichen und freundlichen Eindruck. Wir fanden es nett und machten hier öfter mal eine Kaffeepause.

Wind verbiegt Baum



Vor "Olema" zweigt die "Bear Valley Rd" vom Hwy 1 ab und führt direkt zum "Bear Valley Visitor Center". Ein kleine Ausstellung präsentiert die Fauna und Flora der Halbinsel und es gibt wieder gute Karten und Infos.

Am Parkplatz des Visitor Centers beginnt der "Earthquake Trail". Ein interessanter Lehrpfad erklärt die Entstehung von Erdbeben und führt direkt zum Epizentrum von 1906. Hier markieren Pfähle den Verlauf des "Andreas Graben". Genau hier ist auch jener Zaun, welcher auf der einen Seite um etwa 5 m verschoben wurde. Um die Besonderheit dieser Gegend zu verstehen, sollte man den "Earthquake Trail" laufen. Es dauert etwa 45 Minuten.Ebenfalls am Visitor Center führt ein kleiner Weg in ein restauriertes Dorf der Miwok-Indianer. Auch dieser Spaziergang war sehr informativ.

Das Wetter war erstaunlich gut (Sonne, kalter Wind, kein Nebel) und so entschieden wir uns direkt zum "Point Reyes Lighthouse" zu fahren. Bei nebligem Wetter, so merkten wir später, hätte sich diese Fahrt nicht gelohnt. Auf der östlichen Seite der Halbinsel führt der "Sir Francis Drake Blvd" entlang der Tomales Bay und erlaubt durch bewaldete Hügel hindurch schöne Ausblicke auf die Bucht. Nach dem "Mount Vision Vista Point" ändert sich der Charakter der Landschaft grundlegend. Die Bäume sind verschwunden und braunes Grasland beherrscht die Szene.Strand in der Drakes Bay
Durch ein ständiges Auf und Ab der Straße gibt es immer wieder phantastische Panoramen zu bestaunen. Es gab noch etwas neues: ziemlich große Rinderherden weideten das braune Gras ab. Erst kam die "A-Ranch", dann die "B-Ranch" - es ging, glaube ich, bis zur "M-Ranch". Cowboys "reiten" auf Pickups und Geländemotorrädern. Die Straße zog sich länger wie gedacht, war aber große Klasse.
Gott sei Dank hielt sich das Wetter bis zum Lighthouse. Auf dem kleinen Parkplatz wurden wir jedoch von einem heftigen, kalten Wind empfangen. Die 300 Stufen zum Leuchtturm hatten sich jedoch mehr wie gelohnt.
Eine Aussicht aller erster Güte. Er war halt kein Nebel. Im Windschatten der Gebäude konnte man sogar sitzen und die Sonne genießen. Das "Point Reyes Lighthouse" darf man nicht verpassen !

Auf dem Weg zurück zweigt eine Straße zur "Drakes Bay" ab. Man gelangt am "Kenneth C. Patrick Visitor Center" an den Strand der Bucht. Hier soll Francis Drake angeblich einmal geankert haben. Der Mann hatte Geschmack, eine herrliche Bucht. In einem weiten Bogen führt der Strand in östlicher Richtung zur "Drakes Estero" - eine riesige Lagune. Es war ein toller Spaziergang am Strand. Im rauhen Wind segelten die Pelikane und in den hohen Wellen trieben zwei Seelöwen. Wir machten einen sensationellen Fund:Elephant Rock die Brandung hatte einen kleinen Hai (etwa 80 cm) auf den Strand gespült. Meine Rettungsversuche scheiterten jedoch, das Tier fand nicht den Weg zurück ins Wasser. Auf dem Rückweg unternahmen andere Spaziergänger auch noch einen vergeblichen Versuch dem Hai zu helfen.
Am Visitor Center war ein kleines Restaurant mit windgeschützter Terrasse und wir beschlossen den Tag mit einem herrlichen Blick auf den rauhen Pazifik.

Nach Point Reyes Station gelangt man über die "Bear Valley Rd" zur "Limantour Rd". Diese führt durch hügeliges, bewaldetes Gelände quer über die Halbinsel zum Strand. Vorher zweigt eine Stichstraße ab zum "Clem Miller Education Center" ab. Hier beginnt der "Coast Camp Trail". Der einfache Weg führt durch eine Heide- und Buschlandschaft zum "Coast Camp" und weiter zur "Limantour Beach". Hier gab es eine gute Gelegenheit zur Vogelbeobachtung. Über den "Coast Trail", entlang eines kleinen Baches, ging es zurück zum Parkplatz. Für diese fünf Meilen (8 km) brauchten wir etwa 2 Stunden.

Zurück auf dem "Sir Francis Drake Blvd" bogen wir auf die "Pierce Point Rd" ein und folgten ihr bis zur "McClures Beach". Folgt man dem Strand nach links kommt man zum "Elephant Rock". Eine traumhafte Bucht - steile Klippen, große Felsen und feiner Sand. Der Windschatten der Felsen ist gut für ein Sonnenbad und der "Rock" für eine kleine Klettertour. Eine traumhafte Bucht. Am oberen Parkplatz befindet sich, als Freilichtmuseum, die restaurierte "Pierce Point Ranch". Es ist eine typische Viehranch der Jahrhundertwende und recht sehenswert.
Die Ranch am Horizont
Der "Tomales Point Trail" zum "Bird Rock" sollte eigentlich ganz schön sein. Wegen aufkommendem starken Nebel mußten wir ihn aus dem Programm streichen - leider.

Auf dem Rückweg nach "Petaluma" begeisterte uns die "Tomales Bay" aufs Neue. Je nach Tageszeit und Licht verändert diese Bucht ihre Atmosphäre und Ausstrahlung. Daran hat auch der Wechsel der Gezeiten seinen Anteil, wobei mir die Bucht bei Ebbe besonders gut gefiel.

Tip: Petaluma war ein Glücksgriff. Die Lage zwischen "Point Reyes" und "Sonoma/Napa Valley" ist ideal um beide Punkte zu besuchen.
Auf der Halbinsel kann das Wetter sehr wechselhaft und kühl sein. Ohne Rucksack, Wanderschuhe und Jacke/Pullover sollte man hier nicht unterwegs sein. Wer das Meer liebt und gerne wandert, kann zur Not auch auf "Sonoma/Napa" h verzichten. Es ist dort zwar ganz nett, aber eigentlich nur bei starkem Nebel eine Alternative. "Point Reyes" hat uns deutlich besser gefallen.

ToP    Arches NP   Bryce Canyon   Capitol Reef   Zion NP    Death Valley   Lake Tahoe   Lassen Peak    Mt. Shasta
Pazifik Küste   Point Reyes   Redwood    Sequoia NP   Yosemite   Grand Canyon   Monument Valley   ToP