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Tanken und Benzinpreise in Amerika

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Juli 2, 2014 von USAGoWest.de

gas station in Indiana, USA

Im Jahre 2011 waren allein in Amerika über 248 Millionen PKW zugelassen, heute dürfte die Zahl noch um Einiges höher liegen. Allein schon deswegen liefern sich die einzelnen Tankstellen- Betreiber ein starken Wettbewerb und Preiskampf.

Dies macht sich vor allem an zum Teil sehr starken Preisschwankungen bemerkbar, die sich innerhalb weniger hundert Meter beobachten lassen und teilweise bis zu einem halben Dollar betragen.

Mengeneinheit: Gallone

Doch im Vergleich zu den europäischen Mengenangaben in Liter rechnen die Amerikaner mit der Maßeinheit Gallone, umgerechnet etwa 3,8 Liter. So wird an den Tankstellen, bzw. gas stations, auch nicht der Preis pro Liter, sondern stattdessen der price per gallon – der Preis pro Gallone - angegeben, also zum Beispiel: eine Gallone “regular” $3,99. Umgerechnet auf den aktuellen Dollarkurs von etwa 0,73 Euro (Stand: 1.7.14) bezahlt man also pro Gallone etwa 2,90 Euro oder etwa 0,76 Euro pro Liter (!!!).

Diesen Wert kann man aber nur als reinen Durchschnitt nehmen, da nicht nur Betreiber in den einzelnen Bundesstaaten, sondern auch in den Städte gerne sowohl nach oben als auch nach unten ausreißen. Daher ist es nicht ungewöhnlich, Preise von nur $3,66 (2,67 Euro bzw. 70 Cent/Liter) oder auch $4,40 (3,21 Euro bzw. 85 Cent/Liter) vorzufinden, innerhalb relativ kurzer Distanzen.

Rabatte für Bar- oder Kartenzahlung

gas station with cash discountAußerdem spielt hier unter Umständen noch eine Rolle, ob Ihr mit Kredit- oder Debitkarte bezahlt oder mit einer Kun-denkarte der Tankstellenkette bzw. cash, also in bar. Auch hier können die Preise – je nach Zahlungsweise – noch variieren. Beispiel: bei Kredit- oder Debitkarten-Zahlung bezahlt Ihr $4,27, bei einer Barzahlung oder mit einer Kundenkarte nur $4,20 für die Gallone regular (siehe links). In Las Vegas habe ich allerdings auch schon die Erfahrung gemacht, daß die Preisunterschiede bis zu 20 Cent pro Gallone bei Barzahlung betragen können.

Benzinsorten in den USA

Apropos “regular“: in Amerika heißt das Super-Benzin nicht Super, sondern regular oder unleaded; dementsprechend wird Super Plus als regular plus, unleaded plus oder nur plus ausgewiesen, die bei uns bekannten Premium-Marken behalten ihren Charakter premium; Diesel bleibt Diesel, ist aber meist etwas teurer als regular und auch nur über eine separate Zapfsäule erhältlich, um Fehlbetankungen auszuschließen.

Spätestens dann, wenn Ihr Euch also die amerikanischen Spritpreise im Vergleich zum europäischen und erst recht deutschen Preisgefüge betrachtet, erklärt sich auch das Phänomen, warum in Amerika sehr viele große PKW fahren, vor allem Pick-Ups und Geländewagen unterwegs. Einerseits ist man stolz auf den eigenen Erfolg und andererseits reißen die Unterhaltskosten kein allzu großes Loch in das monatliche Budget, wozu auch die recht strengen Geschwindigkeitsbegrenzungen beitragen, die obendrein den Verbrauch senken. Dieser wird von Amerikanern übrigens nicht in Liter pro hundert Kilometer angegeben, sondern mit miles per gallon – Meilen pro Gallone. Je mehr Meilen ein Auto also mit einer Gallone zurücklegt, umso sparsamer ist es im Verbrauch.

Warum die amerikanischen Spritpreise im Vergleich zu Deutschland und Europa nicht nur unverschämt niedrig sind, sondern mit zu den niedrigsten in allen Industrienationen zählen, liegt vor allem an der erhobenen Steuer. Würde man diese wegrechnen, wären auch die europäischen Preise auf einem ähnlich niedrigen Niveau.

Wieviel Sprit paßt in mein Auto?

Wenn Ihr das erste Mal mit einem Auto in den Vereinigten Staaten unterwegs seid, werdet Ihr in der Regel einen Mietwagen mit vollem Tank übernehmen und Euch zumindest in den ersten Tagen keine Gedanken um das Nachfüllen machen müssen.

Doch irgendwann kommt auch dieser Punkt und dann geht das große Rätselraten los: welche Sorte tanke ich, wieviel paßt in meinen Tank. Daher solltet Ihr Euch darüber am Besten schon bei Anmietung informieren, um den Urlaub auch in dieser Hinsicht streßfrei bleiben zu lassen.

Zahlen an der Kasse

Immer wieder hört man von Spritbetrügern, die nach dem Tanken einfach wegfahren, ohne zu bezahlen. In den USA ist das Tanken daher nicht so einfach. Statt einfach zu tanken und dann an der Kasse zu bezahlen, funktioniert dieses Prinzip jenseits des Atlantik genau anders herum: erst wird bezahlt, dann wird getankt.

Ist die Tankstelle mit einem Kreditkartenautomaten ausgestattet (meist werden nur amerikanische Kreditkarten akzeptiert), steckt Ihr zunächst die Kreditkarte in den Kartenschlitz und wählt anschließend die gewünschte Zapfsäule, an der Zapfsäule selbst dann die entsprechende Benzinsorte – der Tankrüssel bleibt der Gleiche.

Ich habe bewußt darauf hingewiesen, daß meist nur amerikanische Kreditkarten akzeptiert werden, aus dem folgenden Grund: wenn Ihr Eure Kreditkarte (Visa, Mastercard, American Express und auch Maestro) in den Schlitz schiebt und wieder herausnehmt, werdet Ihr nach Eurem ZIP-Code gefragt, also Eurer Postleitzahl gefragt. Als Deutscher mit einer 5-stelligen PLZ kann man sein Glück versuchen, als Österreicher mit nur 4-stelligen Postleitzahlen kann man sich den Versuch schenken.

Alternativ besteht aber auch die Möglichkeit, die gewünschte Menge Kraftstoff in bar bezahlen zu können, was je nach Tankstelle sogar billiger sein kann, siehe oben. Dazu geht Ihr an die Kasse und sagt beispielsweise “I need $30 for no. 3″ – Ihr wollt dann also für $30 an der Zapfsäule 3 tanken. Ihr bezahlt und der Verkäufer schaltet Eure Zapfsäule frei, deren Pumpsystem automatisch Euren Tank nur bis zur bezahlten Summe befüllt. Wenn Ihr Euch unsicher seid, könnt Ihr aber auch einfach beispielsweise 50 Dollar an der Kasse hinterlegen und Euch nach dem Tanken den Rest zurückgeben lassen. Letztendlich geht es den Tankstellen-betreibern nur darum, den Spritbetrügern bereits von vornherein das Handwerk zu legen.

Wenn Ihr es gerne etwas komfortabler und exklusiver habt, könnt Ihr auch den von zahlreichen Tankstellen angebotenen full service in Anspruch nehmen, der meist neben dem eigentlichen Betanken durch einen Angestellten auch den Öl- und Kühlwasser-wechsel und gegebenenfalls auch die Scheibenreinigung beinhaltet. Dieser Service wird nicht extra berechnet, sondern ist dann bereits im höheren Preis pro Gallone enthalten.

 


Bild: american gas stations; Quelle: Wikipedia & Forbes


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